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Deutschland


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1. Berlin **
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Berlin [bɛɐ̯ˈliːn] ist die Bundeshauptstadt der Bundesrepublik Deutschland und zugleich eines ihrer Länder. Die Stadt Berlin ist mit rund 3,65 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste und mit 892 Quadratkilometern die flächengrößte...
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München (hochdeutsch [ˈmʏnçn̩] oder [ˈmʏnçən]; bairisch [ˈmɪŋ(ː)ɐ]) ist die Landeshauptstadt des Freistaates Bayern. Sie ist mit etwa 1,5 Millionen Einwohnern die einwohnerstärkste Stadt Bayerns und (nach Berlin und Hamburg) die...
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Hamburg ( [ˈhambʊʁk]; regional auch [ˈhambʊɪ̯ç] [ˈhambɔːχ]), amtlich Freie und Hansestadt Hamburg (niederdeutsch Friee un Hansestadt Hamborg, Ländercode: HH), ist ein Stadtstaat und ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Der amtliche Name geht auf...

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Ohlsdorf Cemetery

Ohlsdorf Cemetery - Lokale Sehenswürdigkeiten:



Friedhof

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Der Friedhof Ohlsdorf (bis 1991 Hauptfriedhof Ohlsdorf) im Hamburger Stadtteil Ohlsdorf wurde am 1. Juli 1877 eingeweiht und ist mit 389 Hektar der größte Parkfriedhof der Welt. Über das gesamte Areal verteilen sich 202.000 Grabstätten. Auf dem Ohlsdorfer Friedhof haben seit seiner Gründung über 1,4 Millionen Beisetzungen stattgefunden, jährlich kommen 4.500 Beisetzungen dazu. Zum Vergleich: Der Wiener Zentralfriedhof hat eine Größe von 250 Hektar mit 330.000 Grabstellen. Das Aussehen des Geländes ist bestimmt durch den Parkcharakter der Anlage mit einigen hundert Laub- und Nadelgehölzarten sowie Teichen und Bächen und einer Landschaft, die sich durch eine Mischung aus historischen Bauten, Gartendenkmälern und modernen Themengrabstätten auszeichnet. Charakteristisch für die Struktur der Anlage sind schnurgerade, in exakter Ost-West- bzw. Nord-Süd-Richtung verlaufende sowie gleichmäßig sanft gebogene Straßen und Wege mit dazwischen liegenden schachbrettartig angelegten Parzellen. Das durchweg von Pflanzen gesäumte Straßensystem wird durch Kreisel aufgelockert. Neuere Anlagen sind unter anderem Schmetterlingsgräber, Kolumbarien und Paar-Anlagen. Der Friedhof wird vielfach von Touristen besucht, besonders zur Rhododendronblüte Ende April bis Anfang Juni.

Verkehrsanbindung

Der Friedhof Ohlsdorf verfügt über vier Einfahrten. Im Uhrzeigersinn seien hier genannt die Haupteinfahrt Fuhlsbüttler Straße im Westen, Borstels Ende im Norden, Einfahrt Bramfeld im Osten und Seehof im Süden. Zusätzlich gibt es fünf Fußgängereingänge, den Eingang Bahnhof Ohlsdorf und den Nebeneingang am Forum Ohlsdorf, beide an der Fuhlsbüttler Straße, den Eingang Kleine Horst sowie den Eingang Hoheneichen im Norden und den Eingang Eichenlohweg im Süden. Das Gelände ist durch ein für den Kraftfahrzeugverkehr zugelassenes Straßennetz von insgesamt 17 Kilometern erschlossen, die weiteren Erschließungswege haben eine Gesamtlänge von 80 Kilometern. Durchgangsverkehr über den Friedhof ist nicht erlaubt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 30 km/h. Durch den nahe gelegenen Bahnhof Hamburg-Ohlsdorf der S 1 und U 1, die nördlicher gelegenen S-Bahn-Stationen Kornweg und Hoheneichen der S 1 sowie die U-Bahn-Station Klein Borstel der U 1 ist der Friedhof an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Zudem verkehren die Buslinien 170 und 270 des Hamburger Verkehrsverbundes innerhalb des Friedhofs und es existieren 22 Haltestellen. Die Buslinie 270 führt vom Haupteingang zum Eingang Seehof. Die Buslinie 170 vom Haupteingang zum Eingang Bramfeld. Alle Kapellen liegen in der Nähe von Bushaltestellen.

Struktur

Der Ohlsdorfer Friedhof hat eine Fläche von 389 Hektar, erstreckt sich in West-Ost-Richtung über eine Länge von 3,8 Kilometer und von Nord nach Süd mit durchschnittlich 1,5 Kilometern bei einer längsten Ausdehnung von 2,2 Kilometern. Sein Umfang beträgt 11,5 Kilometer. Als Hauptfriedhof unterstand er bis 1991 der Baubehörde, dann wurde er zusammen mit dem Friedhof Öjendorf unter die Verwaltung des Landesbetriebs Friedhöfe gestellt, der 1995 als Anstalt des öffentlichen Rechts in die Hamburger Friedhöfe AöR überging. Bereits 1892 wurde der erste Friedhofsplan herausgegeben, um Besuchern eine Orientierungshilfe zu geben. Dabei legte man ein bis heute gültiges Koordinatennetz an. In der Anlage deutlich unterscheidbar sind der ältere Cordesteil, mit dem geschwungenen Wegenetz eines Landschaftsgartens und die Linneteil genannte Erweiterung mit der klaren, geometrischen Wegführung. Die Hauptverkehrsachse von West nach Ost bildet vom Haupteingang bis zur Kapelle 10 die Cordesallee, sie führt von dort als Mittelallee zunächst in einem Bogen, dann weiter in gerader Linie nach Osten bis zur Kapelle 13. Die Benennung der Straßen im Cordesteil richtet sich in der Regel nach den topographischen Gegebenheiten, wie unter anderem Bergstraße, Talstraße, Teichstraße aber auch Norderstraße, Westring oder Kapellenstraße. Im Linneteil sind die Wege meist nach den Baumarten benannt, mit denen sie am Rand bepflanzt sind, wie unter anderem Eichenallee, Eschenallee oder Kirschenallee. Auch die Sorbusallee ist entsprechend benannt, aber mit dem lateinischen Namen der Baumart. Im offiziellen Plan sind 22 Straßennamen verzeichnet, davon nur 6 im Linneteil, 3 im Bereich der Grenze zwischen den beiden Teilen und 13 im Cordesteil. Die Parkpflege sowie die Grabanlagen sind Aufgaben von sieben Gärtnermeistereien, die über das Gelände verteilt jeweiligen Revieren zugeordnet sind. Sie haben ihre Standorte an den Kapellen 1, 4, 6, 9, 10, 12 und 13. An der Einfahrt Bramfeld ist zudem ein Gärtnerischer Betriebshof eingerichtet. Die Wasserversorgung erfolgt über 120 Kilometer Wasserleitungen und 700 Schöpfbrunnen. Zudem stehen in der Gesamtanlage 2800 Sitzbänke. Die Geschäftsberichte der Hamburger Friedhöfe AöR dokumentieren den stetig sinkenden Flächenbedarf für Grabstellen, durch den die Bewirtschaftung zunehmend erschwert wird. Besonders der Trend zu Urnengemeinschaftsanlagen sowie auch zunehmende See- und Waldbestattungen stellen besondere Herausforderungen zur Sicherung der Friedhofsunterhaltung dar.

Geschichte

Vorgeschichte

Bis Ende des 18. Jahrhunderts beerdigte man die Toten in Hamburg in der Regel auf Begräbnisplätzen und in Gruften bei den Kirchspielen. Aus Platz- und Hygienegründen wurden 1812 innerstädtische Beisetzungen generell verboten, zum Ersatz waren vor den Toren der Stadt ausgedehnte Friedhöfe angelegt worden. So ab 1789 der St.-Jacobi-Kirchhof vor dem Steintor, bei der heutigen Kirchenallee, und ab 1793 die Dammtorfriedhöfe auf dem Gelände vor dem Dammtor, bei dem heutigen Messegelände und Planten un Blomen bis hin zur Sternschanze. Aufgrund des enormen Bevölkerungswachstums und der geplanten Erweiterungen der Stadt erwiesen sich diese Anlagen schon kurze Zeit später als zu eng, so dass der Hamburger Senat ab 1854 Überlegungen zur weiteren Verlagerung und zur Schaffung eines neuen Großfriedhofs anstellte. Konkrete Planungen wurden ab 1870 aufgenommen, sie waren geprägt von einem gravierenden Umbruch der Sitten und Traditionen im Beerdigungswesen. Dieses sollte aus der Hoheit der Kirchen genommen, unter kommunale Verwaltung gestellt und damit im Zeichen der Säkularisierung für die Toten aller Religionen und Konfessionen geöffnet werden. Einher ging diese Entwicklung mit einem Bedürfnis nach einer Ästhetisierung der Friedhöfe, die steinernen Kirchhöfe sollten abgelöst werden durch die Einbettung der Gräber in Grünanlagen. Humanistische Grundgedanken forderten eine Pietät für alle und damit auch für die armen Bevölkerungsschichten Einzelgräber statt Massengräber. Zudem war die Auflösung aller innerstädtischen Einzelfriedhöfe und damit die Schaffung eines Zentralfriedhofs vorgesehen. 1873 gründeten je drei Mitglieder des Senats und der Bürgerschaft die Commission für die Verlegung der Begräbnißplätze. Ein Jahr später kaufte die Stadt etwa 130 Hektar Wiesen- und Feldflächen zwischen der Fuhlsbüttler Straße und der preußischen Grenze Richtung Bramfeld, damals weit außerhalb der städtischen Wohnbereiche gelegen. Die Grundzüge der Friedhofsgestaltung gehen auf einen vorläufigen Generalplan des Oberingenieurs Franz Andreas Meyer aus dem Jahr 1875 zurück, mit dem festgelegt wurde, dass die „Gesamtanlage der Umgebung entsprechend parkartig und landschaftlich gehalten werden müsse, wobei jedoch eine beschränkte architektonische Ausschmückung keineswegs ausgeschlossen sein solle“.

Anlage des Friedhofs

Mit der konkreten Ausarbeitung des Generalplans und der Umsetzung beauftragte die Stadt 1876 den Architekten Johann Wilhelm Cordes. 1879 wurde er zum Friedhofsverwalter, 1898 zum Friedhofsdirektor ernannt, er hatte dieses Amt bis zu seinem Tod 1917 inne. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit, schon vor der Erstellung des endgültigen Konzepts, wurde die Belegung eines „aptirten Theil“ notwendig. Diese provisorische Beerdigungsfläche umfasste zunächst ein Gebiet von sechs Hektar nördlich der heutigen Kapelle 1. Am 1. Juli 1877 erfolgte in einem feierlichen Akt die Friedhofseröffnung, in die die ersten drei Beisetzungen eingebunden waren. Es handelte sich dabei um Verstorbene aus dem Allgemeinen Krankenhaus St. Georg, die aus einer Bevölkerungsschicht kamen, deren Angehörige sich bis dato keine individuellen Grabstätten leisten konnten. So wurden diese ersten Beerdigungen dem Anspruch gerecht, dass auf dem neuen Friedhof durch günstige Preise die Anlagen von wiederauffindbaren Einzelgräbern für jedermann ermöglicht werden sollten. 1902 wurde an diesem Platz das Denkmal für die Zuerstbeerdigten aufgestellt, es ist ein Findling mit eingelassener Bronzetafel. (→Lage: U 9) Mit dem Ankauf der Ohlsdorfer Ländereien hatte die Stadt auch das Bauernhaus des Vorbesitzers Hein Hinrich Schwen erworben, das zu einer provisorischen Kapelle umgebaut wurde. Es enthielt zudem ein Büro und eine Wohnung für den Friedhofsaufseher, die ehemalige Diele diente als Feierraum und eine abseits gelegene Scheune wurde zur Leichenaufbewahrung genutzt. Das ehemalige Schwen’sche Bauernhaus wurde 1896 für die Anlage des bis heute bestehenden Haupteingangs abgebrochen. Auf der Pariser Weltausstellung von 1900 wurden Friedhofsdirektor Cordes und der Hamburger Senat mit einem Grand Prix ausgezeichnet in Anerkennung der weltweiten Vorbildfunktion der präsentierten Friedhofsanlage: Exponate waren ein Reliefplan sowie 32 Aufnahmen des Hamburger Fotografen Georg Koppmann und 14 Aquarelle des Malers Friedrich Schwinge (1852–1913). Im Verlauf seiner fast 40 Jahre dauernden Amtszeit gestaltete Wilhelm Cordes maßgeblich den westlichen, nach ihm so benannten Cordesteil des Friedhofs. Seine Vorbilder waren amerikanische Parkfriedhöfe und englische Landschaftsgärten mit der Natur nachempfundenen Hügel- und Gewässerformen, Wegführungen und Pflanzungen. Auch ein großer Teil der Bauten gehen auf Cordes zurück, so stammen von ihm die ersten acht zwischen 1880 und 1912 erbauten Kapellen, von denen sechs erhalten sind. Ebenso wurde das Verwaltungsgebäude 1909/1910 nach seinen Plänen errichtet, es bildet gemeinsam mit dem Pförtnerhäuschen und zwei Retiradengebäuden am Haupteingang ein repräsentatives neobarockes Ensemble.

Erweiterungen

Durch weitere Ankäufe wurde der Friedhof beständig erweitert, so kamen um 1900 die Ohlsdorfer und die Borsteler Feldmark hinzu, eine Fläche von gut 60 Hektar, heute durch den West-, Nord- und Ostring erschlossen, und ab 1913 Flächen der Bramfelder Feldmark im Osten von 156 Hektar. Bis 1919 erfolgte die Erweiterung in mehreren Schritten bis zur Bramfelder Chaussee, damit wurden Gelände über das Hamburger Staatsgebiet hinaus einbezogen, die auf vormals preußischem Gebiet lagen. 1919 übernahm der Gartenbaudirektor Otto Linne das Amt des Friedhofsdirektors. Er änderte die Planung für das östliche Erweiterungsgelände grundlegend und orientierte sich an den Ideen der Friedhofsreformbewegung. Deutlich sichtbar ist die Abkehr von dem landschaftlichen Gestaltungsprinzip zugunsten einer sachlichen und geometrischen Anlage mit klarer Linienführung des heute so genannten Linneteils. 1928 kam als letzte Erweiterung die Anlage des Prökelmoorteichs östlich des Eingangs Kornweg hinzu. 1930 war das Gelände mit seiner größten Ausdehnung von etwa 400 Hektar, die in etwa noch der heutigen Größe entspricht, erschlossen. Bereits 1929 wurde erwartet, dass sich die Kapazität des Friedhofes in den 1940er Jahren erschöpfen würde, da keine Erweiterung mehr möglich war. Die Stadt kaufte Flächen in Öjendorf für die Anlage eines weiteren Zentralfriedhofs, doch aufgrund der Veränderungen durch den Zweiten Weltkrieg wurde der Friedhof Öjendorf erst 1966 eröffnet.

Friedhofskultur

Nach 1930 fanden Veränderungen nur noch innerhalb des Friedhofsgeländes durch Aufhebung und Ersetzung alter Gräberfelder statt. Die Entwicklung der ästhetischen Friedhofsgestaltung vom bürgerlichen Grabmalkult zur strengen Standardisierung wurde in der Zeit des Nationalsozialismus fortgesetzt. Mit dem Erlass neuer Bestimmungen für die Schmückung der Gräber und Ascheplätze und der Ersetzung der Grabmalgenehmigungs- und -beratungsstelle durch den Friedhofskulturdienst, die unter Einfluss der Reichskulturkammer stand, wurden die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten weiter eingeschränkt. Auch das Friedhofsgesetz von 1948 ließ wenig Spielräume, wenngleich in den 1950er und 1960er Jahren neue Impulse für die Grabmalgestaltung gesetzt wurden. Erst mit den Veränderungen in der Trauerkultur ab den 1970er Jahren setzte eine Entwicklung zur „friedhofskulturellen Diversifikation“ ein, neben den Feldern für herkömmliche Sarg- und Urnengräber entstanden Bereiche für Rasengräber, Paargrabstätten, Gemeinschaftsgrabanlagen und anonyme Urnenhaine. Eine deutliche Abkehr vom standardisierten Gräberfeld ist der im Jahr 2006 nördlich der Kapelle 11 angelegte Ohlsdorfer Ruhewald, in dem in einer naturbelassenen Fläche Urnen unter Bäumen beigesetzt werden (→Lage: Bx 64/Bw 64)

Verkleinerung der Bestattungsfläche

Die 400 Hektar große Friedhofsfläche wird bereits im Jahr 2015 mit 200 Hektar nur noch zur Hälfte für Beisetzungen genutzt. Die andere Hälfte ist Parklandschaft. Wegen der rückläufigen Sterbefälle, geringerem Platzbedarf durch Urnen- statt Sargbeisetzungen, anderen Beisetzungsformen (Seebestattung, Friedwälder) wird die Bestattungsfläche verkleinert und die übrige Fläche umgenutzt.

Die Gesamtanlage

Konkretisiert wurde die Gesamtanlage 1881 durch einen von Wilhelm Cordes erarbeiteten Generalplan, der bis 1919 Gültigkeit hatte und im heute so genannten Cordesteil umgesetzt wurde. Für die Erweiterungen im östlichen Teil wurden die Planungen, nach den Vorstellungen von Otto Linne, grundlegend geändert und fanden bis 1930 ihre Realisierung in dem heute so genannten Linneteil.

Cordesteil

Vorbild für die Neuanlage des Ohlsdorfer Friedhofs waren die während des frühen 19. Jahrhunderts in den USA entstandenen rural cemetries, wie der 1831 entstandene Mount Auburn Cemetery bei Boston, die sich wiederum in der Gestaltung am Konzept des englischen Landschaftsgartens orientierten. Elemente darin sind eine unregelmäßige Wegführung, gestaltete Hügel- und Teichanlagen und waldartige Bereiche. Wilhelm Cordes sah in den Ausführungen allerdings die Schwierigkeit, dass bei derartigen Neuanlagen auf den eigentlichen Zweck, die Beerdigungen, zunächst keine Rücksicht genommen und so die schönen Parkanlagen durch die Belegung mit Gräbern wieder zerstört wurden. Dieses Problem verstärkt sich durch den damals neu aufkommenden Anspruch, für jedermann ein Einzelgrab zu schaffen, so dass von vorneherein etwa 70 Prozent der Fläche für eng in Reihen angeordnete Allgemeine Gräber vorgesehen war. Cordes formulierte für seine Planungen die Vorgabe, dass die Eigenart des Friedhofswesens in die Gestaltung einbezogen, die verschiedenen Ansprüche gegeneinander abgemessen und in künstlerischer Form wiedergegeben werden müssen, „nur dann wird die Anlage praktisch und zugleich schön sein.“Den Ausgleich zwischen Park und Friedhof schuf Cordes durch die Begrenzung der Reihengräber mit dichter Randbepflanzung und vorgesetzten kleineren Familiengräbern, die von den ringartig angelegten Umfahrungsstraßen nicht einsehbar sind und in Landschaftsszenerien eingebettet wurden. Auch die künstlerischen Ausgestaltungen wurden von Zweckmäßigkeiten bestimmt, Teiche wurden an Stellen angelegt, die durch lehmige Bodenschichten für Beerdigungen ungeeignet waren, zusammen mit künstlichen Bachläufen bilden sie zugleich ein ausgeklügeltes Drainagesystem. Die in der Geestlandschaft vorhandenen Hügel bezog Cordes in die Gestaltung ein und ließ sie teilweise mit Alpenflora bepflanzen.

Familiengrabanlagen

Kurz nach der Eröffnung wurden zunächst nur Menschen aus den armen Bevölkerungsschichten in Ohlsdorf, damals weit draußen vor der Stadt, beerdigt. Doch der Plan von Cordes bot den reichen Hamburger Familien die Möglichkeit, große abgeschirmte Grabflächen zu belegen und als Ort der Erinnerung über mehrere Generationen zu schaffen. Sie konnten individuell angelegt, durch Pflanzungen von Nachbargräbern abgeschirmt und über eigene Wege zugänglich gemacht werden. Die Gestaltung unterlag dabei nur wenigen Regelungen und ließ viel künstlerische Freiheit. Die erste derartige landschaftliche Familiengrabanlage nahm 1881 die Familie Laeisz mit ihren Verwandten Canel, Hanssen und Meerwein in Besitz. (→Lage: V 8) und löste unter den Hanseaten einen regelrechten Trend der Abkehr von der herkömmlichen steinernen Gruft aus. Es entwickelte sich ein Grabkult, der im Kontext stand mit der zeitgenössischen Denkmalbegeisterung, Architekten wurden mit der Schaffung exklusiver Grabbauten beauftragt, repräsentative Grabkapellen, Mausoleen und Säulenhallen geschaffen. Insbesondere das Gelände am Nordteich und der waldartig bepflanzte nördliche Bereich wurden mit teilweise großflächigen Familienanlagen oder imposanten Bauwerken belegt und ausgeschmückt mir Statuen, Plastiken, Grabmalwänden, Pflanzenarrangements, Mauern und Treppchen. Unter den namhaften Künstlern, die diese Werke schufen, befanden sich unter anderem Xaver Arnold, Ernst Barlach, Arthur Bock, Hans Dammann, Martin Haller, Richard Kuöhl, Hugo Lederer, Albert Leistner, Richard Luksch, Gerhard Marcks, Hermann Perl, Heinrich Pohlmann, Hans Martin Ruwoldt, Fritz Schumacher, Stephan Sinding, Oskar Ulmer, Heinrich Wefing, Oskar Witt. Mit dieser Grabart „wurde das neue Ideal der Bestattung an einem lieblichen Ort inmitten der Natur umgesetzt, auf dem zudem noch die bürgerliche Privatsphäre gewahrt blieb.“

Althamburgischer Gedächtnisfriedhof

Zwischen 1896 und 1905 wurde gegenüber dem Haupteingang der Althamburgische Gedächtnisfriedhof, damals unter dem Namen Ehrenfriedhof, angelegt.(→Lage: P 6) Seine Struktur ist die des Parterres eines Barockgartens mit symmetrisch angeordneter Wegführung und säulenförmig geschnittenen Eiben. Oberhalb des Gartens an einer Treppenanlage ist eine überlebensgroße, weithin sichtbare Christusstatue aus weißem Marmor aufgestellt. Sie ist ein Werk des Bildhauers Xaver Arnold und wurde 1905 von dem Reeder Friedrich Wencke (1842–1905) gestiftet. Der Ehrenfriedhof gilt als „stadtgeschichtliches Gedächtnis Hamburgs“, da hier Menschen beerdigt wurden, „deren Wirken für Hamburg bedeutsam war“. Insbesondere in den ersten Jahren seines Bestehens sowie ab 1926 wurden bedeutende Persönlichkeiten von den aufgelösten alten Friedhöfen hierher umgebettet, in den 1960er Jahren kamen die Gebeine von den Friedhöfen in Hamm und in Wandsbek hinzu. Seit 1998 bettete man weitere Personen, deren Ruhezeit in ihren ursprünglichen Grabstätten abgelaufen war, hierher um. Die Ruhezeit für diese Gräber im öffentlichen Interesse ist unbeschränkt.Die Grabmale sind entlang der Wegachsen nach Berufs- und Bedeutungsgruppen angeordnet. Dabei handelt es sich um 74 Sammelgräber, zum Beispiel für Bürgermeister, Senatoren, Kaufleute, Juristen, die Pastoren der Hauptkirchen, Dichter und Schriftsteller, Musiker, Schauspieler, Lehrer verschiedener Schulen oder Architekten, und sechs Familiengräber, so für die Familie Anderson und Rodenborg, die Familie des Malers Philipp Otto Runge, Familie von Struve, Familie Anckelmann, Kellinghusen, Overdiek und Rodriga, Familie Merck und für die Familie Gossler. Im Bereich Domkapitel und Adel liegen die ehemals im Hamburger Dom beigesetzten Mitglieder der Familie von Kielmansegg, darunter Friedrich Christian Kielman von Kielmansegg. Außerdem befinden sich zehn Einzelgräber in dieser Anlage, 1905 vom Friedhof St. Georg umgebettet wurden der Gelehrte und Lehrer am Akademischen Gymnasium Vincent Placcius (1642–1699) und der Archivar Johann Martin Lappenberg (1794–1865). Ebenfalls hierher verlegt wurden der Baumeister Alexis de Chateauneuf (1799–1853), der Theaterdirektor Friedrich Ludwig Schröder (1744–1816) und der Übersetzer Johann Diederich Gries (1775–1842), direkt beerdigt wurden der Direktor der Kunsthalle Alfred Lichtwark (1852–1914), die Malerin Anita Rée (1885–1933), der Schauspieler Robert Nhil (1858–1938), die Architekten Fritz Schumacher (1869–1947) und Gustav Oelsner (1879–1956). Am östlichen Rand finden sich zudem die Gräber von Ida Ehre (1900–1989) und Gustaf Gründgens (1899–1963). Die Gartenanlage war ab den 1950er Jahren verfallen und wurde 1998 mit Hilfe von Spenden teilrekonstruiert, doch die ehemaligen Rosenpflanzungen konnten nicht erhalten oder wiederaufgenommen werden. Einzig am Grabmal von Alfred Lichtwark wächst ein Rosenstock der Sorte Rosa venusta pendula.

Garten der Frauen

Der Garten der Frauen ist ein im Cordesteil des Friedhofs angelegtes Gräberfeld und eine Gedenkstätte, in der an Frauen, die in der Hamburger Geschichte bedeutend waren, erinnert wird. Es handelt sich um ein gut tausend Quadratmeter großes Gelände nordöstlich des Wasserturms (→Lage: O–P. 27), das im Juli 2001 eröffnet wurde und auf dem sich etwa hundert Gräber, Grabsteine und Gedenksteine befinden. Betreut wird das Areal von dem im Jahr 2000 auf Initiative der Historikerinnen Rita Bake, Helga Diercks-Norden und Silke Urbanski gegründeten Verein Garten der Frauen e. V. In diesem Garten können sich Frauen auch bestatten lassen.

Rosengarten

Südlich des Südteichs befindet sich der Rosengarten mit 2.700 Rosen. Er wurde 1997 restauriert. Teil des Rosengartens ist das Denkmal an den ersten Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes.

Jüdischer Friedhof Ilandkoppel

Bereits während der Planungsphase zum zentralen Begräbnisplatz bat der Vorstand der hamburgischen deutsch-israelitischen Gemeinde den Senat um Teilhabe an dem Gelände für die ebenfalls zentrale Anlage eines jüdischen Friedhofs. Nach einigen Verhandlungen fand sich ein Kompromiss zwischen dem Anliegen aus der jüdischen Religion auf ewige Totenruhe und der von der Stadt zugesagten Überlassung auf Zeit. So wurde der Friedhof Ilandkoppel auf einem 10 Hektar großen Gelände in direkter Nachbarschaft und ebenfalls nach Plänen des Architekten Johann Wilhelm Cordes gestaltet und 1883 eingeweiht. Er löste den Grindelfriedhof, auf dem 1909 die letzte Beerdigung stattfand, als vornehmlichen Bestattungsplatz ab. Die Aussegnungshalle, entworfen durch den Architekten August Pieper, wurde ebenfalls im Jahr 1883 erbaut.

Linneteil

Die ab 1920 angelegte östliche Erweiterung unter dem Friedhofsdirektor Otto Linne stellt eine deutliche Abkehr von den vorherigen Gestaltungsprinzipien dar. Die gesellschaftlichen Umbrüche nach dem Ersten Weltkrieg wirkten sich auch auf das Friedhofs- und Bestattungswesen aus. Ein Grundgedanke der Friedhofsreformbewegung, entstanden aus der Kritik an der großbürgerlichen Grabmalkultur, war, den Gemeinschaftsbezug der Gesellschaft im Gesamtbild sichtbar werden zu lassen. Diesem entsprechend ist die Anlage des Linneteils an einem sachlichen und funktionalistischen Grundriss orientiert.

Abgrenzung zum Cordesteil

Die Linie der Übergänge vom Cordesteil zieht sich westlich der Einfahrt Borstels Ende entlang der langen Reihen der Soldatengräber des Ersten Weltkriegs und knickt dann bei der Bushaltestelle Mittelallee in östliche Richtung ab. Die Gesamtfläche von etwa 200 Hektar ist in gartenartige Grabquartiere unterteilt, abgetrennt durch Hecken- und Baumreihen. Die Wege, Gartenelemente aber auch Teiche sind mit klarer Linienführung angelegt und bilden geometrische Grundformen. Auch die Grabgestaltung wurde angepasst, Art und Gestaltung von Grabmalen unterlagen einschränkenden Vorschriften, so dass die repräsentativen Familiengrabanlagen, wie sie im Cordesteil zu finden sind, in diesem Teil des Friedhofs nicht vorkommen.

Kapellen

Die Kapelle 9 und 10 entstanden 1918 als provisorische Notkapellen im Rahmen der Friedhofserweiterung, die Nr. 9 ist bis heute erhalten geblieben, Nr. 10 brannte 1980 ab und wurde durch einen Neubau ersetzt. Der Standort der Kapelle 11 war ebenfalls für die Errichtung einer Notkapelle reserviert, der heutige Bau stammt jedoch aus den Jahren 1950/1951. Kapelle 12 konnte 1923 eingeweiht werden, sie geht auf Planungen der Architekten Zauleck und Hormann zurück und ist ein mit Ziermauerwerk ausgefachter Holzständerbau im Heimatstil. Die Kapelle 13 ist ein Entwurf Fritz Schumachers und korrespondiert mit seiner strengen Backsteinausführung und den hohen, kleinteiligen Buntglasfenstern mit der geometrischen Friedhofsanlage des Linneteils. Sie wurde 1929 als östlicher Abschluss der Mittelallee fertiggestellt.

Grabstätten verschiedener Religionen

Der Friedhof ist offen für alle Nationen und alle Religionen. Es gibt Grabstätten des chinesischen Vereins, der Japanischen Kolonie, des Deutsch-Baltischen Friedhofvereins und der iranisch-moslemischen Gemeinde.

Grabmal-Freilichtmuseen

Als die Friedhöfe vor den Stadttoren aufgelöst wurden, kamen erhaltenswerte Grabmale in den sogenannten Denkmalhof des Ohlsdorfer Friedhofs. 1935 wurde zwei getrennte Bereiche eingerichtet:Grabmal-Freilichtmuseum Heckengarten (Lage: Bh 54-55) östlich Kapelle 10/südlich "T"-Teich. Insgesamt wurden dort etwa 159 Familien-Grabsteine und 39 -Gruftplatten aufgestellt. Grabmal-Freilichtmuseum der Ämtersteine (Lage: T 27-28) südlich Kapellenstraße (Lage). Die Grabmale stammen von den Friedhöfen vor den Stadttoren. Sie wurden 1935 bei der Umwandlung der Dammtorfriedhöfe zum Park Planten un Blomen hierher versetzt. Auf dem umgestalteten Denkmalhof auf dem Friedhof Ohlsdorf verblieben die Grabmale der Ämter §&% Handwerker-Zunftvereinigungen) und Brüderschaften §&% freie Sterbekassen-Vereinigungen). In unmittelbarer Umgebung des Museums befinden sich darüber hinaus zwei Areale mit beispielhaften Grabmalen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (links) sowie aus der Anfangszeit des Friedhofs (rechts).

Bauwerke

Kapellen

Für Trauerfeiern stehen auf dem Friedhofsgelände zwölf von Grabfeldern umgebene Kapellen, die fortlaufend durchnummeriert sind und auch mit den Nummern genannt werden. Diese Nummern verdeutlichen annähernd die Reihenfolge, in der sie erbaut und die zu ihnen gehörenden Grabfelder bei den Friedhofserweiterungen erschlossen wurden. Die Kapellen 1 bis 8 liegen im alten, dem westlichen Teil (Cordes-Teil), die Kapellen 9 bis 13 im neuen, dem östlichen Teil (Linne-Teil). Die Kapellen 1 bis 4 stehen dabei im älteren Friedhofsteil. Die Kapelle 5 brannte 1940 wegen Überhitzung eines Ofens ab und wurde nicht mehr ersetzt. Sie war den heutigen Kapellen 3, 4 und 6 bis 8 ähnlich und stand auf dem sogenannten Kreisel, wo heute der Ostring, die Kapellenstraße und die Krieger-Ehrenallee zusammentreffen (→Lage: W–X. 30). Die Kapellen 6 bis 8 befinden sich im nördlichen Waldbereich, die Kapelle 10 am Ende der Cordesallee und die Kapellen 9 sowie 11 bis 13 im östlichen Teil. Die Nummer 11 war für eine dritte Notkapelle freigehalten worden und wurde erst 1950 erbaut, die 1 und die 10 haben Vorgänger, und die allererste Kapelle stand auf dem Gebiet des Verwaltungsgebäudes und wurde vor dem Bau von Kapelle 4 abgerissen.

Mausoleen

Auf dem Friedhof, ausschließlich im Cordesteil, stehen insgesamt 21 Mausoleen in Form von Grabkapellen, Gruftbauten und Säulenhallen, von denen 16 in der Zeit zwischen 1887 und 1926 entstanden sind. Seit 2005 folgten neun moderne Mausoleumsbauten. Da nach 1900 ein ausgewählter Bereich am Nordrand des Friedhofs für die Errichtung zugewiesen wurden, finden sich am Westring, in der Umgebung der Kapelle 7, zehn dieser Grabanlagen. Weitere Grabbauten befinden sich östlich und südöstlich der Kapelle 8 im Bereich der Norderstraße und Waldstraße und östlich der Kapelle 2 an der Kapellenstraße. Bei vielen der alten Mausoleen sind die Nutzungsrechte der Familien der Bauherren abgelaufen; seit etwa 2000 wurden diese in Patenschaften von neuen Nutzern übernommen.

Krematorien

Als letztes Projekt realisierte Fritz Schumacher das „Neue Krematorium“ und zwei Feierhallen im Klinkerstil am Haupteingang Ohlsdorf, bevor er 1933 von den Nationalsozialisten abgelöst wurde. Die 30 Seitenfenster und vorderen und hinteren Fensterbänder aus farbigem Glas in der großen Feierhalle (bisher „Halle B“, seit November 2011 „Fritz-Schumacher-Halle“) schuf der in Ungarn geborene Ervin Bossányi. Die dritte Feierhalle »C« und die Verstorbenenhalle wurden Anfang der 1950er Jahre ergänzt. Schumachers Neubau ersetzte das „Alte Krematorium“, das 1892 von Ernst Paul Dorn im Auftrag des Feuerbestattungsverein zu Hamburg e.V. errichtet wurde. Es ist eines der ältesten erhaltenen Krematoriumsgebäude Deutschlands, umfasste zunächst auch ein Kolumbarium, ab 1901 und 1904 auch zwei Urnenfriedhöfe (→Lage). Es liegt etwas abseits des Friedhofsgeländes in der Alsterdorfer Straße. 1997 wurde das Gebäude umfassend saniert. 1998 bis 2003 wurde es unter dem Namen „Alsterpalais“ und ab 2003 unter anderem Namen als Gourmet-Restaurant genutzt. Am Tag des offenen Denkmals 2008 war es vollständig ausgeräumt zu besichtigen und seit 2009 wird es als Schule genutzt. Die Einäscherungen der Verstorbenen für die gesamte Metropolregion Hamburg fanden seit 1996 im „Krematorium Hamburg“ auf dem Friedhof Öjendorf statt, weil das Neue Krematorium die Grenzwerte der 27. BImSchV nicht einhalten konnte und ein Umbau des denkmalgeschützten Schumacherbaus damals wegen der hohen Kosten nicht sinnvoll erschien. Die Kapazität des nicht denkmalgeschützten Krematoriums in Öjendorf, das bereits die Grenzwerte erfüllte, wurde daher erweitert. Die Trauerhallen in Ohlsdorf wurden aber weiter genutzt.Da diese Situation schon länger als unbefriedigend angesehen wurde, weil Zeremonien in Ohlsdorf nach der Trauerfeier mit dem Sarg vor der Beisetzung der Urne für die Einäscherung in Öjendorf unterbrochen werden mussten, wurde am 24. März 2010 der Grundstein für das Forum Ohlsdorf gelegt. Im Zusammenhang mit dessen Eröffnung im November 2011 wurde das Krematorium Ohlsdorf wieder in Betrieb genommen. Die Urne wird dann etwa 1½ Stunden nach der Trauerfeier zur Beisetzung zur Verfügung stehen, sodass Trauerfeier und Beisetzung, wie vor 1996, am selben Tag stattfinden können.

Ehemaliger Wasserturm

Der im historistischen Baustil 1898 errichtete ehemalige Wasserturm bildet einen beeindruckenden Orientierungspunkt an der Cordes-Allee.

Kriegsgräber und Gedenkstätten

Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Unter dem Titel Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft werden verschiedene Grabfelder und Gedenkorte zusammengefasst, die den Menschen gewidmet sind, die durch Kriegseinwirkungen zu Tode kamen oder Opfer nationalsozialistischer Gewaltmaßnahmen, Verschleppung und Vertreibung wurden. Nach dem Gesetz über die Erhaltung dieser Gräber, haben sie ein dauerhaftes Ruherecht und dienen dazu, „der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in besonderer Weise zu gedenken und für zukünftige Generationen die Erinnerung daran wach zu halten, welche schrecklichen Folgen Krieg und Gewaltherrschaft haben.“ Es befinden sich über 52.000 Grabstätten von Kriegsopfern auf dem Friedhof.Zu ihnen zählen die deutschen Soldatengräber beider Weltkriege, die Gräber und Ehrenanlagen der verschiedenen Nationen, die Bombenopfer-Gräber, die Gräber jüdischer Opfer, die Holocaust-Gedenkstätte und die Gedenkstätten für die Widerstandskämpfer.Darunter befinden sich insgesamt sechs Gedenkstätten für die Opfer aus der Zeit des Nationalsozialismus: die Gedenkstätte für die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung, das Mahnmal Fahrt über den Styx für die Opfer des Feuersturms, der Ehrenhain für die Hamburger Widerstandskämpfer, das 1961 auf Veranlassung der Sophie-Scholl-Stiftung eingerichtete Ehrenfeld Hamburger Widerstandskämpfer, das Gräberfeld für die ausländischen Opfer, 1977 für das Gedenken an die KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter eingerichtet, und die im Jahr 2002 eingeweihte Erinnerungsspirale im Garten der Frauen als Gedenkort für Opfer und Gegnerinnen des NS-Regimes.Eine weitere Gedenkstätte befindet sich seit 1951 auf dem benachbarten jüdischen Friedhof Ilandkoppel, das Mahnmal für die ermordeten Hamburger Juden.

Gedenkstätte für die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung

Gegenüber dem Neuen Krematorium liegt die Gedenkstätte für die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung. Sie wurde 1949 als Mahnmal mit einer Stele und einer vor dem Denkmal liegenden Marmorplatte eingerichtet, graviert sind die Namen von 25 Konzentrationslagern. Auf dem Gräberfeld befindet sich in 105 ober- und 29 unterirdischen Urnengefäßen die Asche von Opfern und Erde aus deutschen Konzentrationslagern. Sie ist hervorgegangen aus der bereits im November 1945 während einer Trauerwoche eingeweihten Erinnerungsstätte.

Internationale Kriegsgräberstätte

An der Sorbusallee ruhen etwa 3800 Menschen aus mehr als dreißig verschiedenen Ländern.

Kriegsgräberstätte für die Bombenopfer des Zweiten Weltkriegs

Die Kriegsgräberstätte Bombenopfer Hamburg-Ohlsdorf umfasst das kreuzförmig angelegte Bombenopfer-Sammelgrab mit Mahnmal mit 36.918 Opfern und die Bombenopfer-Einzelgrabanlage mit 2.282 Gräbern. Das Bombenopfer-Sammelgrab mit Opfern der Operation Gomorrha vom 25. Juli bis 3. August 1943 liegt in der Nähe der Kapelle 13 zwischen Eichenallee und Kirschenallee; die Einzelgrabanlage in der Nähe der Kapelle 10. Im Jahr 1952 wurde im Mittelpunkt des Sammelgrabs ein Mahnmal von Gerhard Marcks eingeweiht, ein monumentaler quadratischer Sandsteinblock umschließt die Figurengruppe Fahrt über den Styx.

Ehrenhain Hamburgischer Widerstandskämpfer

Rechts vom Haupteingang an der Bergstraße (→Lage) befindet sich seit dem 8. September 1946 der Ehrenhain Hamburger Widerstandskämpfer 1933–1945, die Begräbnisstätte für 55 hingerichtete oder an den Haftfolgen verstorbene Antifaschisten. Die 1953 von dem Hamburger Bildhauer Richard Steffen (1903–1964) geschaffene Bronzeplastik „Der Redner“ stand bis zu ihrem Diebstahl im März 2011 am Eingang des Ehrenhains. Auf der eingrenzenden Steinwand stehen die Worte des 1943 hingerichteten tschechischen Widerstandskämpfers Julius Fučík: „Menschen, wir hatten Euch lieb, seid wachsam“.

Soldatengräber

Auf dem Gelände befinden sich Soldatengräber mehrerer Nationen: Deutsche Kriegsgräberstätte Hamburg-Ohlsdorf mit Kriegsgräbern des Ersten und Zweiten Weltkriegs in der Nähe der Kapelle 9. Dort aufgenommen wurden auch Gräber von Deserteuren, die auf dem Gelände des Höltigbaums hingerichtet wurden. Ferner Gräber von acht Kindern (ursprünglich 150 Säuglingen) von Zwangsarbeiterinnen in Langenhorn. Hamburg Cemetery mit britischen Soldatengräbern des Ersten und Zweiten Weltkriegs in der Nähe der Kapelle 12, betreut durch die Commonwealth War Graves Commission. Niederländische Kriegsgräberstätte Hamburg (niederländisch: Erebegraafsplaats Hamburg). In den niederländischen Kriegsgräbern ruhen 350 Niederländer, die in Hamburg und Umgebung starben. Ferner gibt es drei Gedenksteine mit den Namen von 99 toten Niederländern, deren Grabstätte nicht bekannt ist. Polnische Kriegsgräberstätte Hamburg-Ohlsdorf (polnisch: Polska Kwatera Wojenna 1939–1945). Sowjetische Kriegsgräberstätte Hamburg-Ohlsdorf mit den Gräbern sowjetisch-russischer Kriegsgefangener in der Nähe der Kapelle 9 und den Gräbern der russischen Zwangsarbeiterinnen in der Nähe der Einfahrt Bramfeld in den Friedhof.

Gräber bekannter Persönlichkeiten

Auf dem Ohlsdorfer Friedhof sind eine Vielzahl internationaler, nationaler und Hamburger Persönlichkeiten bestattet. Für manche Gräber von Prominenten können keine Angehörigen mehr sorgen. Sie fallen der Vergessenheit anheim. Die Gräber der Ehrenbürger der Stadt Hamburg werden kostenlos zur Verfügung gestellt und werden, soweit Angehörige nicht dafür sorgen, geharkt und von Laub befreit. Soweit bekannt wird die Lage im Friedhofsplanquadrat angegeben.

Schauspieler

Hans Albers (1891–1960), Filmschauspieler in Stumm- und Tonfilmen. Planquadrat Y 23, 245–251, 325–326. Magda Bäumken (1890–1959), Schauspielerin und Hörspielsprecherin Ortrud Beginnen (1938–1999), Schauspielerin Edgar Bessen (1933–2012), Schauspieler und Hörspielsprecher Monica Bleibtreu (1944–2009), Schauspielerin Walther Bullerdiek (1901–1971), Schauspieler, Hörspielsprecher und Komponist Aline Bußmann (1889–1968), Volksschauspielerin, Hörspielsprecherin und Publizistin Mareike Carrière (1954–2014), Schauspielerin Josef Dahmen (1903–1985), Schauspieler Heinz Erhardt (1909–1979), Schauspieler, Humorist in Rundfunk und Film. Planquadrat Bi 66, 605–606. Willy Fritsch (1901–1973), Schauspieler Helmut Griem (1932–2004), Schauspieler und Regisseur Jupp Hussels (1901–1984), Schauspieler, Rundfunksprecher und Unterhalter Wolfgang Kieling (1924–1985), Schauspieler Heinz Lanker (1916–1978), Volksschauspieler, Autor, Hörspielsprecher und Regisseur Hanns Lothar (1929–1967), Bühnen-, Film- und Fernsehschauspieler. Planquadrat AC 11, 96. Otto Lüthje (1902–1977), Volksschauspieler, Mittelschullehrer, Hörspielsprecher und -regisseur Harry Meyen (1924–1979), Schauspieler Inge Meysel (1910–2004), Schauspielerin. Planquadrat P 8, 231–232. Egon Monk (1927–2007), Schauspieler und Regisseur Jörg Pleva (1942–2013), Schauspieler Witta Pohl (1937–2011), Schauspielerin Kay Sabban (1952–1992), Schauspieler Henning Schlüter (1927–2000), Schauspieler Hans Tügel (1894–1984), Schauspieler Henry Vahl (1897–1977), Volksschauspieler und Hörspielsprecher Erich Weiher (1893–1972), Schauspieler und Hörspielsprecher Willy Witte (1908–1998), Schauspieler

Regisseure und Theatermacher

Hans Böttcher (1898–1936), Rundfunkpionier, Hörspielregisseur und -sprecher Ida Ehre (1900–1989), Schauspielerin und Intendantin. Planquadrat O 6, 6. Hans Freundt (1892–1953), Schauspieler, Regisseur und Rundfunkpionier Gerda Gmelin (1919–2003), Schauspielerin, Regisseurin und Intendantin Helmuth Gmelin (1891–1959), Schauspieler, Regisseur und Intendant Gustaf Gründgens (1899–1963 in Manila), Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter. Planquadrat O 6, 5. Cord Hachmann (1848–1905), Theaterschauspieler und -regisseur Willy Maertens (1893–1967) Schauspieler, Regisseur und Intendant Richard Ohnsorg (1876–1947), Direktor und Schauspieler der niederdeutschen Bühne, dem späteren Ohnsorg-Theater. Planquadrat AC 6, 168–169. John Olden (1918–1965), Fernsehregisseur, Filmproduzent Rolf Prasch (1883–1960), Theaterintendant und Theaterregisseur Hans Tügel (1894–1984), Schauspieler, Regisseur und Autor S. O. Wagner (1902–1975), Schauspieler, Regisseur und Autor Gernot Weitzl (1925–2004), deutscher Regisseur und Rundfunkredakteur

Naturwissenschaftler

Gustav Hertz (1887–1975), Physiker und Nobelpreisträger, Neffe von Heinrich Hertz Heinrich Hertz (1857–1894), Physiker Pascual Jordan (1902–1980), Physiker Julius Wess (1934–2007), Physiker

Musiker

Paul Abraham (1892–1960), Operettenkomponist (Hamburg-Ohlsdorf O11(123)/P11(8)) Peter Anders (1908–1954), Tenor, Staatsopern Hamburg, Berlin, Dresden, München, Wien Ralf Arnie (1924–2003), Komponist, Liedtexter und Musikverleger Hans von Bülow (1830–1894), Pianist und Dirigent Roger Cicero (1970–2016), Musiker Alfred Hause (1920–2005), Violinist, Dirigent und Kapellmeister Carlo Karges (1951–2002), Musiker James Last (1929–2015), Musiker, in der Nähe der Kapelle 11 beigesetzt Helmut Zacharias (1920–2002), Violinvirtuose. Planquadrat M 17, 306

Ingenieure, Architekten und Stadtplaner

Alfred Brandt (Ingenieur) (1846–1899), Ingenieur, Erfinder der hydraulischen Bohrmaschine, Erbauer des Simplon-Tunnels. Althamburger Gedächtnisfriedhof, Grabplatte 67 Wilhelm Cordes (1840–1917), Erster Friedhofsdirektor von Ohlsdorf, „Cordes-Teil“. AD 12, 3–12. Johannes Dalmann (1823–1875), Wasserbaudirektor, Erbauer des offenen Tidehafens. Althamburger Gedächtnisfriedhof, Grabplatte 35 Gustav Leo (1868–1944), Hamburger Oberbaudirektor, Opfer des Nationalsozialismus Fritz Schumacher (1869–1947), Hamburger Oberbaudirektor

Maler, Bildhauer

Xaver Arnold (1848–1929), Bildhauer Alma del Banco (1863–1943), Malerin Ernst Eitner (1867–1955), Maler Ernst Hanssen (1907–1989), Bildhauer Ivo Hauptmann (1886–1973), Maler Arthur Illies (1870–1952), Maler, Grafiker Richard Kuöhl (1880–1961), Bildhauer Richard Luksch (1872–1936), Bildhauer, Keramiker und Kunsthandwerker. Planquadrat AC 7. Elena Luksch-Makowsky (1878–1967), Malerin und Bildhauerin. Planquadrat AH 21, nahe Kapelle 7. Emil Maetzel (1877–1955), Architekt, Maler, Grafiker und Bildhauer Dorothea Maetzel-Johannsen (1886–1930), Malerin Gerhard Marcks (1889–1981), Bildhauer und Grafiker Karl Opfermann (1891–1960), Bildhauer Christopher Rave (1881–1933), Maler, Polarforscher und Professor Anita Rée (1885–1933), Malerin. Althamburgischer Gedächtnisfriedhof des Ohlsdorfer Friedhofs Philipp Otto Runge (1777–1810), Maler der deutschen Romantik. Althamburgischer Gedächtnisfriedhof des Ohlsdorfer Friedhofs. Valentin Ruths (1825–1905), Landschaftsmaler Edwin Scharff (1887–1955), Bildhauer und Grafiker Friedrich Schwinge (1852–1913), Maler Anne-Marie Vogler (1892–1983), Bildhauerin und Grafikerin Friedrich Wield (1880–1940), Bildhauer

Politiker

Max Albrecht (1851–1925), Industrieller und Politiker Jakob Audorf der Ältere (1807–1891), Mitbegründer der Hamburger Arbeiterbewegung, Abgeordneter der Hamburger Konstituante Gerhard Hachmann (1838–1904), langjähriges Mitglied der Hamburger Bürgerschaft / Erster Bürgermeister Oswald Kanzler (1883–1944), Kommunalpolitiker und Parteifunktionär der SPD, zusammen mit seiner Frau auf dem Ehrenfeld der Geschwister-Scholl-Stiftung Werner von Melle (1853–1937), Senator und Erster Bürgermeister, Mitbegründer der Universität Helmut Schmidt (1918–2015), Senator der Polizeibehörde Hamburg, Bundesminister der Verteidigung sowie für Wirtschaft und Finanzen, von 1974 bis 1982 fünfter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, ab 1983 Mitherausgeber der Zeit. Planquadrat U33 244-249. Max Schramm (1861–1928), Rechtsanwalt und Senator für Bauwesen in Hamburg Ernst Friedrich Sieveking (1836–1909), deutscher Jurist und Hamburger Senator Henning Voscherau (1941–2016), Jurist und Erster Bürgermeister von Hamburg von 1988 bis 1997 Herbert Weichmann (1896–1983), Erster Bürgermeister von Hamburg von 1965 bis 1971. Planquadrat AA 15, 66–67.

Schriftsteller

Wolfgang Borchert (1921–1947), Schriftsteller. Planquadrat AC 5,6. Gustav Falke (1853–1916), Schriftsteller Kurt Wilhelm Marek (1915–1972), Schriftsteller Harry Rowohlt (1945–2015), Schriftsteller, Kolumnist, Übersetzer, Rezitator und Schauspieler

Wirtschaftsführer

Albert Ballin (1857–1918), Reeder. Planquadrat Q10, 420–429. Hermann Blohm (1848–1930), Werftgründer Gottlieb Leonhard Gaiser (1817–1892), Gründer des Handelshauses G. L. Gaiser John Jahr (1900–1991), Verleger Carl Laeisz (1828–1901), Reeder Edmund Siemers (1840–1918), Reeder und Stifter Ernst Voss (1842–1920), Gründer der Schiffswerft Blohm & Voss

Weitere

Carsten Diercks (1921–2009), Dokumentarfilmer Ernst Hans Eberhard (1866–1945), Studentenhistoriker Victor Franke (1866–1936), Kolonialoffizier u. a. in Deutsch-Südwestafrika Gustav Adolf von Götzen (1866–1910), Ostafrikaforscher und Gouverneur von Deutsch-Ostafrika Carl Hagenbeck (1844–1913), Gründer des Tierparks Hermann Hartmann (1863–1923), Arzt, Gründer des Hartmannbundes Stefan Hentschel (1948–2006), Boxer und Zuhälter auf St. Pauli Hellmuth Karasek (1934–2015), Literaturkritiker Karl-Heinz Köpcke (1922–1991), Nachrichtensprecher Alfred Lichtwark (1852–1914), erster Direktor der Hamburger Kunsthalle, Kunsthistoriker und Pädagoge. Grablage Gedächtnisfriedhof. Felix Graf Luckner – Beiname „Seeteufel“ – (1881–1966 in Malmö), Korvettenkapitän a. D., Kommandant des Hilfskreuzers und Blockadebrechers der Kaiserlichen Marine SMS „Seeadler“. Planquadrat AB 13, 89–90. Friedhelm Mönter (1946–2009), Radiomoderator Harald Nieß (–2016), ehemaliger Hamburger Schwanenvater Loki Schmidt (1919–2010), Lehrerin, Naturschützerin, Ehefrau von Helmut Schmidt Percy Ernst Schramm (1894–1970), Historiker mit Schwerpunkten auf der Mittelalterforschung sowie der hanseatischen Kultur- und Familiengeschichte Abraham Philipp Schuldt (1807–1892), Kaufmann und Stiftungsgründer Dieter Seeler (1931–1979), Fußballspieler Erwin Seeler (1910–1997), Fußballspieler Fritz Sdunek (1947–2014), Boxtrainer Reinhard Suhren (1916–1984), Marineoffizier Franz Tügel (1888–1946), Hamburger Landesbischof, Bruder von Hans Tügel Werner Veigel (1928–1995), Nachrichtensprecher und Radiomoderator Michael Westphal (1965–1991), Tennisspieler Roger Willemsen (1955–2016), Publizist und Fernsehmoderator Carolin Wosnitza (1987–2011), Pornodarstellerin

Gräber von Seeleuten und Opfern der See

Auf dem Ohlsdorfer Friedhof gibt es durch Hamburgs maritime Verbindung mehrere Seemanns- und Flutopfergräber und -erinnerungsstätten. Darunter sind die Gemeinschaftsgräber der Seeleute von der „Casse der Stücke von Achten“, das Denkmal der während des Krieges von Hamburger Schiffen verstorbene Seeleute, der Gedenkstein für die in Hamburg verstorbenen chinesischen Seeleute, das Grab des Kapitäns Bernhard Masson, das Grab des Felix Graf Luckner (Grablage AB 13),

Grab der [elb-]aufwerts fahrenden Steuer- und Schifferleute

Im Ämtersteinmuseum befindet sich der Grabstein der „[elb-]aufwerts fahrenden Steuer- und Schifferleute“. Er stammt von den aufgelösten alten Hamburger Friedhöfen und zeigt ein Relief mit zwei gekreuzten Enterhaken, einer Krone und Totenkopf über zwei gekreuzten Knochen.

Opfer des Untergangs der Primus

In der Nähe der Straßen Kapellenstraße und Mittelallee sind 78 Opfer des 1902 auf der Elbe untergegangenen Ausflugraddampfers Primus bestattet.

Seeleute

Für die in Hamburger Krankenhäusern verstorbenen Seeleute gibt es die Gemeinschaftsgrabstätte „Unseren Seeleuten“, gekennzeichnet durch einen großen schwarzen Anker und ein großes Holzkreuz, Planquadrat Bi 58 (südwestlich Kapelle 12).

Sturmflutopfer von 1962

Die Sturmflutopfer von 1962, die nicht identifiziert werden konnten, die keine Angehörigen mehr hatten und die gemeinschaftlich beigesetzt werden sollten, haben ihre Ruhestätte an der Verlängerung der Sorbusallee zwischen Kirschenallee und Inselkanal gefunden, Grablage Bq 62.(→Lage). Ergänzend erinnert seit Ende November 2012 ein Gedenkstein mit zwei Tafeln an die Namen der 221 Toten, die nicht in Ohlsdorf beigesetzt sind. Zwei Steinwände mit der Aufschrift Flut 1962 und vier steinerne Säulen kennzeichnen das Gemeinschaftsgrab.

Gemeinschaftsgrabanlagen

Paar-Grabstätten

Dies sind Zier-Gartenflächen mit Rasenflächen, auf denen keine Bepflanzungen, Grabschmuck oder Grabeinfassungen zugelassen sind. Für die Beisetzungen sind die Rasenflächen vorgesehen. Dort können sich Paare und Partner von Lebensgemeinschaften beisetzen lassen.

Gedenkplatz für nicht beerdigte Kinder

Für die Eltern totgeborener Kinder wurde ein Gedenkplatz geschaffen, der durch eine abstrakte weiße Marmorskulptur auf Sockel der Schweizer Bildhauerin Beatrice Charen markiert wird. Diese Skulptur wurde im Oktober 2012 von Unbekannten teilweise zerstört.

Bahaitum

Hinter der Kapelle 13 befindet sich eine Grabstätte mit Gräbern die dem Bahaitum angehören. Dies ging aus dem Islam hervor, und die Angehörigen glauben an den Baha'ullah. Hierbei finden sich auf den Gräbern baumähnliche Zeichen und häufig auch Gesichter der Verstorbenen.

Denkmäler und freie Skulpturen

Friedhofsmuseum

Das "Museum Friedhof Ohlsdorf" besteht seit 1996. Träger ist das Unternehmen Hamburger Friedhöfe AöR, die ehrenamtliche Betreuung obliegt dem Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e. V. In einem kleinen historischen Gebäude nahe dem Haupteingang wird auf 60 m² Fläche die Vielfalt der hamburgischen Friedhofs- und Bestattungskultur gezeigt. Außerdem finden Sonderausstellungen mit wechselnden Themen zur Friedhofs- und Trauerkultur statt. Das Museum dient auch als Auskunftsstelle für kulturell interessierte Friedhofsbesucher. Dazu steht ein Archiv des Förderkreises zur Verfügung. Es umfasst: eine Präsenzbibliothek mit etwa 700 Titeln von Büchern, Broschüren und Zeitschriften. Sie sind in einer Datenbank erfasst und nach Themenbereichen und Autoren sortiert, eine Kartei über bildende Künstler, die auf dem Ohlsdorfer Friedhof wirkten, eine Sammlung von Zeitungsausschnitten und Abbildungen zu Leben und Wirken bekannter Persönlichkeiten, die auf dem Ohlsdorfer Friedhof bestattet wurden. Die Sammlung datiert z. T. zurück bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts, eine Sammlung von Aktenauszügen, Fachaufsätzen, Gesetzestexten, Pressemeldungen, Zeitungsausschnitten und dergleichen.In unmittelbarer Umgebung des Museums befinden sich zwei Areale mit beispielhaften Grabmalen aus der Anfangszeit des Friedhofs (rechts) sowie aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (links).

Führungen über den Friedhof

Folgende Führungen finden auf dem Friedhof statt: Vogelkundliche Wanderungen durch den Nabu Märchenspaziergänge über den Friedhof mit Märchen zum Thema Tod Literarische Friedhofswanderung mit dem Besuch anmutiger Frauenskulpturen

Bildergalerie

Natur

Der Friedhof wird von Besuchern als Naherholungsgebiet und Landschaftsgarten der Stille, Ruhe und Gelassenheit sowie als ursprünglich, natürlich, schön, fröhlich, harmonisch bezeichnet. Auf Pflanzengift und Insektizide wird verzichtet. Das fast vier Quadratkilometer große Areal beheimatet etwa 36.000 Bäume und 15 Teiche. Bei der Anlage des Friedhofs wurden viele Bäume aus den Wallhecken der vorangegangenen landwirtschaftlichen Weidenutzung erhalten und stehen dort bis heute. Diese Bäume wachsen oftmals mehrstämmig, da sie vor der Friedhofsnutzung regelmäßig auf Stock gesetzt worden waren. Im naturnah gepflegten Parkfriedhof sind über hundert Vogelarten beheimatet.

Tiere

Durch den halbwegs naturnahen Charakter der Parkanlage und wegen seiner relativen Abgeschiedenheit vom Großstadtbetrieb fühlen sich dort viele Wildtierarten wohl, darunter Rehe, Eichhörnchen, Igel, Marder, Füchse, Hasen, und – vermutlich ausgesetzte – Sumpfschildkröten. In Städten allgemein seltene und daher hervorzuhebende Vogelarten sind Baumfalke, Buntspecht, Eisvogel, Graugans, Grünspecht, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen und Uhu.

Recycling im Betriebshof

Die nach Laufzeitende frei werdenden Grabsteine und Steinumrandungen der Gräber bestehen vorwiegend aus Marmor oder Granit. Sie werden gebrochen und zu Kies vermahlen. Jährlich werden etwa 1.000 bis 6.000 Steine recycelt. Sie werden zur Befestigung der Straßen und Wege weiter verwendet.Bereits für den Bau der Stützmauer unterhalb der Straße Mittelallee zwischen den Planquadraten S 33 und W 37, die sogenannte „Klagemauer“, wurden alte Grabmale verwendet – sie begrenzt die etwa 1921 angelegten Grabfelder des ehemaligen Musterfriedhofs.Um entscheiden zu können, welche Steine stattdessen erhaltungswürdig sind, wurden im Februar 2017 zwischen Förderkreis, Friedhofsverwaltung und Denkmalschutzamt konkrete Auswahlkriterien neu erarbeitet: Gerettet werden konnten in der Vergangenheit für den Außenbereich des Friedhofsmuseums beispielsweise drei historische Grabsteine, darunter das für Agnes Piel von Bildhauer Oskar Witt.An Biomasse fallen auf dem Ohlsdorfer Friedhof pro Jahr an: ca. 60 m³ Holzhackschnitzel aus Baum- und Strauchschnitt, ca. 5500 m³ Laub, ca. 1400 m³ krautige Pflanzenbestandteile sowie Rasenschnitt.Etwa 40 % der Holzhackschnitzel werden verbrannt, etwa 10 % des entfernten Laubes wird als Mulchmaterial an anderer Stelle wieder aufgebracht, der überwiegende Rest wird vor Ort kompostiert. Die krautigen Pflanzenteile sowie der Rasenschnitt haben ein besonders hohes Potenzial zur regenerativen Energieerzeugung mithilfe von Vergärungstechnologien. Die Grünabfälle werden kompostiert und als Dünger wieder verwendet.

Verschwundene Grabmäler

In den Jahren 1998 bis 2004 gab es einige Metalldiebstähle auf dem Friedhof.Jedoch nicht alle Grabsteine bzw. Skulpturen „verschwinden“ durch Diebstahl: Nach Laufzeitende einer Grabstelle wird das darauf befindliche Grabmal – je nach Beschluss – entweder geschreddert oder vom Friedhof an geheimem Ort in Obhut genommen, bis ein neuer Standort gefunden ist, beispielsweise im Garten der Frauen, im Umfeld des Friedhofsmuseums, in einer der neuen Urnen-Anlagen. Ein eigens für witterungsempfindliche Grabmäler geschützter Aufstellungsbereich in einer der nicht mehr genutzten Kapellen ist angedacht oder die Unterbringung in einem geeigneten externen Museum. Auch Umsetzungen innerhalb des Ohlsdorfer Friedhofs selbst oder nach anderen Friedhöfen kommen vor: beispielsweise wurde 1997 die Skulpturengruppe der Grabstätte Scholtz (Arthur Bock, 1928) von Planquadrat AA 15 (am Weg zur Nordteich-Brücke) nach Nienstedten verlegt. Auffindungsschwierigkeiten können sich durch Namenswechsel auf dem Grabstein ergeben, beispielsweise bei einem „Patenschaftsgrab“; manchmal verweist eine auf dessen Rückseite angebrachte kleine Plakette auf den Vorinhaber. Das eine oder andere Grabmal scheint hinter dichter Vegetation zu verschwinden – bis es durch Maßnahmen, oftmals mit Unterstützung des Fördervereins, wieder sichtbar gemacht wird.

Siehe auch

Liste von Begräbnisstätten bekannter Persönlichkeiten

Literatur

alphabetisch nach Autoren geordnet Alfred Aust: Der Ohlsdorfer Friedhof, Hamburg 1953. Rita Bake, Brita Reimers: Stadt der toten Frauen. Frauenportraits und Lebensbilder vom Friedhof Hamburg Ohlsdorf. Dölling und Galitz Verlag, München 1997, ISBN 3-930802-56-2. Anna Bardi (Hrsg.): Literarische Spaziergänge auf dem Ohlsdorfer Friedhof – Hamburger Autoren erinnern an tote Dichter. u. a. mit Beiträgen von Wolf-Ulrich Cropp, Sybil Schlepegrell, Arno Surminski. Verlag Jeudi, Hamburg 2009, ISBN 978-3-00-028661-2. Herbert Diercks: Friedhof Ohlsdorf – Auf den Spuren von Naziherrschaft und Widerstand. Ergebnisse Verlag, Hamburg 1992, ISBN 3-87916-012-0. Eberhard Kändler: Begräbnishain und Gruft: die Grabmale der Oberschicht auf den alten Hamburger Begräbnisplätzen. Ausgabe Nr. 17 von Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Hamburg. Verlag Christians, 1997, ISBN 3-7672-1294-3 (in Präsenzbibliothek „Museum Friedhof Ohlsdorf“, siehe Abschnitt „Friedhofmuseum“) Frank Pieter Hesse: Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf – ein Gesamtkunstwerk (pdf online) Horst Günter Lange: Die Feuerbestattung und ihr Einfluß auf die Friedhofsplanung dargestellt am Beispiel des Hamburger Friedhofs Ohlsdorf. In: Die Gartenkunst 8 (1/1996), S. 108–118. Barbara Leisner: Die Anfänge der Gestaltung des Ohlsdorfer Friedhofs in Hamburg. In: Die Gartenkunst 2 (2/1990), S. 284–297. Barbara Leisner, Heiko K. L. Schulze, Ellen Thormann: Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. 2 Bände und eine Übersichtskarte 1:4000. Hans Christians, Hamburg 1990, ISBN 3-7672-1060-6. Barbara Leisner, Norbert Fischer: Der Friedhofsführer – Spaziergänge zu bekannten und unbekannten Gräbern in Hamburg und Umgebung. Christians Verlag, Hamburg 1994, ISBN 3-7672-1215-3. Barbara Leisner, Helmut Schoenfeld: Der Ohlsdorf-Führer. Spaziergänge über den größten Friedhof Europas. Christians Verlag, Hamburg 1991, ISBN 3-7672-1177-7. Gerd Otto-Rieke: Gräber in Hamburg – Menschen, die uns bewegten. Geschichte entdecken auf Friedhöfen Band 3. Alabasta Verlag, München 2009, ISBN 978-3-938778-10-4. Helmut Schoenfeld: Der Friedhof Ohlsdorf: Gräber, Geschichte, Gedenkstätten, Verlag Christians, Hamburg 2000, ISBN 3-7672-1341-9. Helmut Schoenfeld, Norbert Fischer, Barbara Leisner, Lutz Rehkopf: Der Ohlsdorfer Friedhof. Ein Handbuch von A–Z. 3. Auflage. Edition Temmen, Bremen 2019, ISBN 978-3-86108-086-2. Erscheint am 1. Juli 2019. Hans-Günther Freitag: Von Mönckeberg bis Hagenbeck: ein Wegweiser zu denkwürdigen Grabstätten auf dem Ohlsdorfer Friedhof (mit 5 Übersichts-Karten), Hansa-Verlag, Hamburg 1973

Filme

Im Wald der Engel. Ohlsdorf, der größte Parkfriedhof der Welt. Dokumentarfilm, NDR 2014. (online)

Übersichtsplan

Plan Friedhof Ohlsdorf (PDF; 1,7 MB) Buslinien Friedhof Ohlsdorf (PDF; 29 kB) Interaktive Karte (benötigt JavaScript)

Weblinks

Webseite des Friedhofs Webseite des Förderkreises Ohlsdorfer Friedhof e.V. Gedenkbuch (PDF-Datei) fürs Gräberfeld sowjetischer Kriegsgefangener auf dem Friedhof Ohlsdorf auf der Webseite der Willi-Bredel-Gesellschaft

Einzelnachweise